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1. September 2019

Extended Reading

Ich war zweimal für eine Woche in dem gleichen Center Parc. Nicht, wie man vermuten könnte, als Kind, sondern während des Studiums [ich war ~22], mit meiner Freundin und ihrer ausgeweiteten Familie bestehend aus ihren Eltern [Ende 4o], ihrer Schwester [14], dem Bruder der Mutter und dessen Frau [ebf. Ende 4o] sowie deren Sohn [19]. UND ES WAR GROSSARTIG!

Das ist ja nun sage und schreibe schon mehr als 1o Jahre her und ich weiß gar nicht mehr genau, wann wir was und wie in welcher Abfolge genau gemacht haben, aber an die entspannte Stimmung erinnere ich mich noch sehr gut. Wir haben uns trotz [oder wegen?] des unterschiedlichen Alters alle super verstanden und sind bzw. waren, so höre und staune, ALLESAMT Leseratten. Wo gibt's denn sowas? :D

Der Urlaub bestand denn auch in schöner gelebter Ritualität aus dem gemeinsamen Frühstück, dann Gang nach Canossa in die Glaskuppel [wer Center Parcs nicht kennt, kann sich hier [centerparcs.de] kurz einschwingen], Belagerung des schönsten, für unsere Gruppengröße geeigneten Liegenplatzes unter Palmen, Verteilen des Lesestoffs und einer ersten Runde Plantschen. Dann kollektives Lesen. Was war das scheeeee :)!!

Bei akuter Wasserlust trennte sich dann und wann eine oder einer von der Gruppe, mal allein, mal gesammelt und gehäuft - und wie das ja quasi DAS Merkmal einer gut funktionierenden Gruppe ist, war es [zumindest mir] immer total egal, wer dann mitkam, wenn ich fragte. Hat ja alles mit jeder Spaß gemacht! Hachja. Und wenn ich zurückkam, haben alle immer noch... gelesen. Ich glaube, dieser Punkt teilt meine Leserschaft jetzt in "Boah, laaaaaaaaangweilich, Alde!" und in "Cool! Hört sich geil an." - oder? Für mich war's der Himmel.

Abgesehen davon haben wir eigentlich nichts unternommen. Ich war vielleicht nochmal unter der Höhensonne [jaja, ich war jung und brauchte die Bräune -.-] und wir haben so'nen komischen Animations-Abend mitgemacht, Flamenco und so, Center Parcs halt.

[Bisher unveröffentlichtes und unbeendetes Fragment]

1. Januar 2019

Introspektive.

Ich war auf einer Party mit dem Titel Konfettiliebe [<3] und so sah ich da aus, ganz rechts [instagram]. Am Anfang war es scheiße weil wegen schlechter Musik, leer und es war eine Mischung zwischen Schul- und Studentenparty, später wurde es dann großartig, weil einfach alles passte.

Auffällig war der ca. 19jährige Typ, der sich mit der im Schwarzlicht leuchtenden Schminke von den Mädels im Eingang die Augen umranden lassen hatte [quasi alle anderen hatten Punkte im Gesicht]. Er lachte nicht, redete mit niemandem, stand und saß stundenlang allein in der Gegend rum, ohne etwas zu trinken. Und guckte neutral. Ab und zu kritzelte er einen Liedtitel auf die Pen and Paper-Wunschliste vor dem DJ, das erste verifiziert von ihm dort geschriebene Wort war "Loneliness", und ja, in Anführungszeichen. In seiner spröden Art, Teil dieser Party zu sein, war er mir von Anfang an sympathisch.

Ich tanzte ohne Ende, trank Mexikaner und war auch sonst top in Form. Irgendwann passte es gerade, also ging ich zum Grufti, stellte mich neben ihn mit dem Rücken an die gleiche Thekenkante und "Darf ich dich mal was fragen, interessiert mich, echt - hast du überhaupt Spaß hier?! Du stehst die ganze Zeit rum, tanzt nicht... hast du überhaupt Spaß?" Ich lasse ihm Zeit mit der Antwort, gucke nach vorn auf die anderen Menschen und lehne weiter entspannt an der Theke.

Er nach kurzer Zeit: "Ich hoffe immer, jemanden zu treffen." Darauf sage ich lieber nichts.

Beim schweifenden Blick über die Tanzenden und Schnatternden muss ich grinsen und es fällt mir doch noch etwas ein, das ich fragen möchte: "Menschen sind schon lustig, so, findest du nicht?" Ich nicke in Richtung aller da vorn. Er stimmt zu und - lächelt. Die Musik wechselt abrupt in Richtung supertanzbar, ich "Sorry, dazu muss ich jetzt! ... "; er entschuldigt und ich tanze weg.

Sehr viel später hatte ich meine beiden Begleitungen an andere verloren [sowas macht mir nix]; ich tanzte erst ein bisschen mit der anonymen Menge und stellte mich dann nochmal neben Grufti, denn den kannte ich ja schon.

Wir redeten wieder, ohne uns anzugucken, erst ich: "Ich war noch nie hier - du?" "Doch, schon öfter. ... Kommst du denn nicht aus Hannover? Woher kommst du?" "Ich komme aus Oldenburg. Zwischendurch war ich lange in Kaiserslautern, Hannover gefällt mir aber besser. - Woher kommst du denn?" Er: "Eigentlich aus Sachsen-Anhalt, ich bin aber schon seit 12 Jahren hier in Hannover. - Ich überlege, nach Bremen zu ziehen. Wie findest du Bremen?" Was für eine Frage. "Bremen mag ich nicht, da kommt mein Papa zwar her, ist mir aber zu viel Industrie und Großstadt, Hannover ist schöner ... nee, Bremen ist nix für mich. - Warum magst du Bremen?" Darauf kam leider nix mehr, hatte er sich wohl noch gar nicht richtig überlegt. Wir waren uns wenigstens noch kurz einig, dass es auch schon ganz schön spät ist [3:43 oder so war's]...

Nach längerem Schweigen kam er irgendwo zwischen Geradeaus- und Seitenblick mit "Ich mach' mich jetzt auch mal auf den Weg!", ich "Ok, klar, tschüss!", er "Tschüss!", und weg.

Das war eine echt angenehme Party-Begegnung, was meine Begleitungen nicht verstanden haben, glaube ich. Aber was soll ich sagen, außer [wie immer schon und immer mehr]: Ich mag Menschen. - Auf ein total menschliches 2019!



PS: Neues Jahr, neues Glück. Ab Februar wird täglich gebloggt, "Aber obacht: it's Klausurenphase, man!" [youtube].

27. August 2017

Sascha fährt Rettungswagen

Wären wir mit dem Auto bis ans Haus gefahren, hätten wir ihn wegen der Senke wohl zu spät gesehen. So aber, zu Fuß und beide mit den Mitbringseln vom Elternbesuch beladen, sehen wir ihn auch erst, als wir schon quasi 50cm über ihm stehen und vom Balkon aus dem 2. Stock mit "Gönn'se mal dem seine Fitahlfunktione tes-ten? Der Rettungswagen kommt gleich..." angewiesen werden.

Er liegt als verbogenes, Mitte 30jähriges C hingehauen auf der linken Seite auf den Steinen vom Innenhofgang, hat wuschelig-gelocktes Haar im 10cm-alles-gleichlang-Schnitt und trägt zu Hause-Klamotten mit Jogginghose, die ihm unterm Hintern hängt und seine Unterhose freilegt. Wir stellen unsere Sachen ab und gehen näher ran, um nach den Vitalfunktionen zu gucken. Aber das ist gar nicht nötig: Er pustet einmal schwer mit aufgeblasenen Backen und stinkt bestialischst nach hartem Alkohol, auch schon aus 1m Entfernung. Ein kleiner Kornflachmann lugt als Notration aus der Jogginghosentasche. Sein rechtes Ohr ist blutverkrustet.

Vom rechtsten Balkon aus dem 3. Stock, ein junges Pärchen guckt interessiert runter, ein kurzes wissendes heruntergerufenes "Alkohol?", wir nicken, dann schweigen wieder alle. Und gucken. Auf das schiefe C.

Um die Ecke kommt ein grauhaariger rüstiger bemühter Rentner geeilt, Balkon 2 erleichtert: "Ach, das ist schon mein Mann!", der regt sich gleich in unsere Richtung erklärend auf ["Das geht jetzt schon seit drei Tagen so, die lassen den nicht rein, das ist wirklich UNerhört!1"], eilt zum Hauseingang Nr x und drückt scheinbar wahllos Klingeln. Von ihm und seiner Frau wird uns wechselweise erklärt, "dem seine Mutter wohnt da hinten im Haus und lässt ihn nicht mehr rein" und "der lag auch gestern schon hier auf dem Weg rum, genauso betrunken wie jetzt auch". Das C rührt sich wenig, atmet aber stetig, das Balkon-3-Paar schaut runter, Balkon-2 auch, der rüstige Rentner durchschreitet den Hof auf der Suche nach weiteren Klingeln und wir stehen unsicher herum.

"Da gömmn auch schon die Leut vom Rettungswagen..." schallt es von Balkon-2, und in der Tat betreten zwei Rettungssanitäter in oranger Montur mit tatkräftigem Schritt die leicht ins Stocken geratene Szene. Der Rotblonde beugt sich bei Ankunft zum C, rüttelt leicht am Oberarm und sagt aufmunternd freundlich in klarem Ton: "Hey, Sascha*, was ist denn los?! ...". Saschas Kopf rollt herum und er stammelt "Ffffschhhwill nachauuusee...". Der andere Sani nimmt uns alle durch Tonfall und Habitus gemeinsam [inkl. Balkon-2, -3] beiseite und erklärt halblaut: "Der ist gestern schon 6x Rettungswagen gefahren, über Nacht war er im Krankenhaus - und heute haben wir ihn auch schon einmal mitgenommen..."

Eine kurze Diskussion entfacht zwischen Balkon-2, dem zugehörigen Rentner-Ehemann und dem 2. Sanitäter darüber, wer alles zur Familie von Sascha gehört, wo dessen Mutter "hier" nun genau wohnt [die ihn ja nicht reinlässt], und warum das alles himmelschreiend ist. Sascha wird währenddessen vom Rotblonden schonmal hochgezogen, dabei sehen wir sein linkes dickes blaues Auge, nein, eigentlich ist es schwarz, und auch, wie er schwankt. Wir gucken betroffen, der Sani freundlich zu allen "Das sieht heute schon ganz gut aus, gestern war's schlimmer!" und beide ziehen ihn torkelnd-mitlaufend an uns vorbei Richtung Rettungswagen.

Wir schauen, nicken noch einmal in Richtung der oberen Etagen, greifen uns wieder unsere Eltern-Mitbringsel und gehen schweigend ins Haus, durch's Treppenhaus nach oben bis in die Wohnung.

* Name geändert

30. April 2017

Motivation - Menschen in Bewegung

tl;dr
Ich möchte unbedingt mehr darüber lernen und wissen, wie man Menschen davon überzeugen kann, zu handeln, sich zu ändern oder eben auch zu lernen. Help, please?

In 2014, als ich meine Aufgaben verändern und einen neuen und für mich besser geeigneten Job finden wollte, dachte ich, dass Aufklärung und Information das allerwichtigste sind. Denken hilft! Wann immer ich selbst nämlich etwas erhellendes erfahren bzw. wirklich verstanden habe, fällt es mir deutlich schwerer, nicht danach zu handeln. Das war der Hauptgrund [neben der allgemeinen Lust am Schreiben], warum ich mich in dem Jahr für Ausbildungen im und den politischen und wirtschaftlichen Journalismus ganz allgemein interessiert habe. Abseits vom "Fanget bei den Kindern an"-Gedanken [den ich natürlich auch schon hatte] wäre recherchieren und öffentliches Schreiben ja tatsächlich die sicherste Art und Weise, die Welt ein Stück besser zu machen!

Im Moment lese ich von Andrea Wulf Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur, ein Buch, das mir aus ziemlich vielen verschiedenen Gründen wahnsinnig gut gefällt. Von Humboldt [wiki] hat bereits im 19. Jahrhundert geradezu abartig viele Zusammenhänge innerhalb der gesamten Natur [der WELT!1] aufgedeckt und beschrieben. Er war ein Anhänger der Aufklärung und daher wohl davon überzeugt, mit Vernunft und Informationen die Menschheit zu Einsichten und Veränderungen zu bewegen. [Er kommt in dem Buch überhaupt nicht "weltverbesserisch" rüber, hadert aber schon des öfteren mit allem möglichen Unverstand...] Im Buch wird allerdings deutlich, dass er zB in Bezug auf die Umweltzerstörungen durch Siedler/Kolonialisierung/frühen Formen einer "Globalisierung", auf die er bei seinen großen Weltreisen quasi überall stieß, durch die reinen Beschreibungen der Folgen praktisch keinerlei Umdenken anstoßen konnte.

Mittlerweile habe ich auch eingesehen, dass reines Informieren = Aufklären einfach nichts bringt. Menschen wissen heute ja zB auch alle um das Leid von Tieren in Massentierhaltung und essen trotzdem Fleisch, Eier, Käse und Fisch. Auch ich bin noch keine Veganerin und esse weiterhin Käse, Eier, Milch etc., ich will mich davon überhaupt nicht ausschließen. Aber welche Faktoren sind es dann, die tatsächlich zu positiven Veränderungen führen? Welche Gründe bewegen eine dazu, "es" eben doch anzugehen und die eigenen Handlungsbarrieren zu durchbrechen?

Es gibt im Wesentlichen zwei verschiedene Arten von Motivation: zum einen die intrinsische, also die eigene, aus dem Inneren kommende, zum anderen die extrinsische Form, bei der die Anreize von außen eingesteuert werden. [Hier in ausführlich der Wiki-Artikel zum Thema Motivation.] Afaik [wiki] ist die intrinsische eigentlich die bessere Motivation, weil sie dauerhafter und robuster möglichen Hindernissen die Stirn bieten kann.

Warum schreibe ich das hier also? Ich will bei mir selbst und anderen immer möglichst die intrinsische Motivation "wecken" [... ist sie dann nicht doch extrinsisch und wir landen irgendwie in Eschers Treppenhaus? Hm.]. Ja, ich weiß, das ist ein riesiges Forschungsfeld usw. usf. etc. pp. Aber jetzt kommst du:
Kennst du Informationsquellen zum Thema, die auch für auf diesem Gebiet unstudierte Laien wie mich gut verständlich sind? Hast du Input anderer Art für mich?
Ich freue mich sehr über Kommentare!

PS: Dieses Thema ist in wirklich allen Bereichen für mich relevant - sei es auf der Arbeit, im Weltverbesserungskontext [Sinn des/meines Daseins] oder auch für die Erreichung meiner eigenen persönlichen Ziele.

23. November 2016

Mitten aus dem Leben.

Wenn es an allen Ecken ständig brennt,
ist nicht die Welt verrückt - sondern du hast
ein grottenschlechtes Zeitmanagement.

[oder bist bei der Feuerwehr]

24. März 2015

Jetzt muss ich wohl doch mal.

Also, Dampf ablassen. -

In der Stadtteilbibliothek hab ich neulich ein Buch entdeckt, es heißt DARWIN - Das Abenteuer des Lebens und ist von Jürgen Neffe. Der ist Biologe und arbeitet seit mehr als 20 Jahren journalistisch, in der letzten Zeit vermehrt als Autor. Unter anderem hat er 2006 eine gefeierte Biographie über Albert Einstein geschrieben. In Abenteuer des Lebens schreibt Neffe nun von seiner eigenen Weltreise, die er - auf den Spuren von Darwins Route im 19. Jahrhundert - 2007/2008 unternommen hat.

Im Buch werden immer wieder Originalzitate aus Darwins Reisebericht eingestreut, um die Parallelität der zeitlich weit auseinanderliegenden Ereignisse auf beiden Reisen darzustellen. Und so lese ich so vor mich hin, komme nicht recht rein, weiß noch nicht, wie ich das Buch finden soll, und dann lese ich noch im Prolog auf Seite 16: "Oben auf der Brücke, drei Treppen über meiner Kabine, stehen die Offiziere zusammen und schauen schweigend in die anbrechende Nacht. Es herrscht eine Art Stille, wie sie nur die Männerwelt kennt." Bums.

Moment mal. Was?! Das steht da echt? Achso, ist das vielleicht ein Rückblick aus Darwins Tagebuch? Nö, ist nicht kursiv gesetzt.

...

Mit einem einzigen Satz, der dazu noch gar nicht zwingend nötig gewesen wäre, einfach mal alle Leserinnen vom Dabeisein und Mitempfinden ausgeschlossen. Die kennen so eine Art Stille nicht, haha, wie auch, können sie ja gar nicht - schließlich sind sie aus biologischen Gründen nicht Teil der "Männerwelt" [whateverthatis]. Ernsthaft?!

Ich hab auf dieses Buch und Herrn Neffe keine Lust mehr. Und auch ganz generell auf solcherlei sprachliche Diskriminierung, sei sie noch so subtil.

PS: Noch ein Vorteil am Erwachsenseinwerden: Die meisten der "Das macht man doch nicht!"s verlieren ihre Macht.


6. Mai 2014

#rp14 WTF?! oder: Warum gehe ich zur re:publica?

Ruediger hat mich quasi per Twitter aus der Ferne gefragt, warum ich Dinge tue, die ich tue:
Die Frage ist in meine Richtung natürlich zunächst gar nicht unsinnig, und 2012, als ich das erste Mal auf der re:publica war, dachte ich das währenddessen [und hinterher...] auch. Also, dass ich da ein kleines bisschen fehl am Platz bin.

Das lag damals aber im Wesentlichen daran, dass ich falsche Erwartungen hatte, wie ich witzigerweise kurz vor Ruedigers Frage mit mir selbst diskutiert hab. *g Ich hatte mir so eine Art Klassentreffen vorgestellt; und naja, für einige Leute ist es das wohl auch, aber genau das sind nach meiner Erfahrung diejenigen, die eben tatsächlich etwas "mit dem Internet machen", und zwar mit hinreichender Reichweite. Sei es als populärer oder "schon immer da"-Blog, sei es als Firmen-Social Media-Mensch, als Journalist oder als "Internet-Marke". Da genügt es mMn nicht, einen Blog oder Twitteraccount mit <100 Followern zu haben, um auf der re:publica "Leute" zu kennen und sich innerhalb der Gruppe als ihr Teil zu fühlen - was im Nachhinein für mich total logisch ist. Damals war ich enttäuscht, sah z.B. die Kaltmamsell und traute mich nicht, sie anzusprechen, bzw. war/bin ja kein "Fan", und was sagt man dann, wenn man sie liest und sie einen wahrscheinlich nichtmal kennt? War mir damals zu doof UND ich war dennoch enttäuscht, von mir und der Welt. So inkonsistent bin ich eben manchmal.

ABER: Ich bin überzeugt davon, dass "das Internet" ein schützenswerter Raum [ob es zur Zeit überhaupt noch heil ist, kann man sicher streiten] und Grundlage unserer Gesellschaftsinfrastruktur ist, und wenn letzteres vielleicht noch nicht heute, so aber doch sehr, sehr bald. Sagte zumindest Gunter Dueck schon anno dazumal in seiner Session auf der re:publica 11 mit dem Titel Das Internet als Gesellschaftsbetriebssystem [youtube.com], und ich teile seine Meinung.

Klaro sind wohl geschätzt 80% der Besucher zumindest teilweise beruflich dort, aber ich als Mensch bin doch [Rebekka. Und alles.] an allem und, wenn auch erst seit relativ kurzer Zeit, auch politisch interessiert, am Kollektiv genauso wie am Individuum. Nicht nur aus diesem Grund hab ich jetzt zusätzlich ein jahresbegrenztes Zweitblog! Und nur, weil es in meinem Blog nichts politisches oder sonstwie ernsthaftes zu lesen gibt und ich eine Vorzeigefreizeitbloggerin bin, heißt das ja noch lange nicht, dass solcherlei Bereiche mich nicht interessieren :).

Die re:publica verbindet mittlerweile tatsächlich den überwiegenden Teil meiner Interessen, deswegen fühlte ich mich heute auch so derartig wohl dort. Es gibt politische Talks, Sessions zur Sicherheit des Netzes, sonstige "Internet-Relevanz" und Unterhaltsames mit Funfaktor. Heute war's für mich z.B. ein sautoller erster Tag mit einem Interview mit der WikiLeaks-Journalistin Sarah Harrison [wiki], die zur Zeit nicht nach UK zurückkehrt/zurückkehren kann, einem eindringlichen Talk für MEHR Verschlüsselung und Krypto-Bewusstsein in der breiten Masse der Bevölkerung, noch einem Interview [durchgeführt von der Deutschen Welle] mit und zwischen einer russischen und einer ukrainischen Journalistin zur Berichterstattung in der Ukraine und nicht zuletzt Sascha Lobos "Rede zur Lage der Nation" [wie immer großes Kino, Post von Kiki dazu hier [e13.de], Originalrede: s. Internet, ihr findet das schon].

Das Angebot ist einfach riesig und es fiel mir heute wirklich schwer, mich pro Uhrzeit zwischen je drei für mich interessanten Sessions zu entscheiden. Ich frage also anders:

Wie kann ich [und ja, das ist total subjektiv] nicht zur re:publica nach Berlin?! :)

7. April 2007

*japs*

himmel hilf!! --> auf dem weg [johnstonefitness.com] zum spatzenhirn. *würg*

[edit 2014: Mit den Muskeln kam das Lächeln, das aber mit dem Bart wieder verschwand. Und er hat ja noch 2 Jahre weitergemacht!!]

[Dieser Eintrag wurde bei der Eröffnung dieses Blogs in 2013 aus meinem alten Blog importiert.]