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1. Januar 2019

Introspektive.

Ich war auf einer Party mit dem Titel Konfettiliebe [<3] und so sah ich da aus, ganz rechts [instagram]. Am Anfang war es scheiße weil wegen schlechter Musik, leer und es war eine Mischung zwischen Schul- und Studentenparty, später wurde es dann großartig, weil einfach alles passte.

Auffällig war der ca. 19jährige Typ, der sich mit der im Schwarzlicht leuchtenden Schminke von den Mädels im Eingang die Augen umranden lassen hatte [quasi alle anderen hatten Punkte im Gesicht]. Er lachte nicht, redete mit niemandem, stand und saß stundenlang allein in der Gegend rum, ohne etwas zu trinken. Und guckte neutral. Ab und zu kritzelte er einen Liedtitel auf die Pen and Paper-Wunschliste vor dem DJ, das erste verifiziert von ihm dort geschriebene Wort war "Loneliness", und ja, in Anführungszeichen. In seiner spröden Art, Teil dieser Party zu sein, war er mir von Anfang an sympathisch.

Ich tanzte ohne Ende, trank Mexikaner und war auch sonst top in Form. Irgendwann passte es gerade, also ging ich zum Grufti, stellte mich neben ihn mit dem Rücken an die gleiche Thekenkante und "Darf ich dich mal was fragen, interessiert mich, echt - hast du überhaupt Spaß hier?! Du stehst die ganze Zeit rum, tanzt nicht... hast du überhaupt Spaß?" Ich lasse ihm Zeit mit der Antwort, gucke nach vorn auf die anderen Menschen und lehne weiter entspannt an der Theke.

Er nach kurzer Zeit: "Ich hoffe immer, jemanden zu treffen." Darauf sage ich lieber nichts.

Beim schweifenden Blick über die Tanzenden und Schnatternden muss ich grinsen und es fällt mir doch noch etwas ein, das ich fragen möchte: "Menschen sind schon lustig, so, findest du nicht?" Ich nicke in Richtung aller da vorn. Er stimmt zu und - lächelt. Die Musik wechselt abrupt in Richtung supertanzbar, ich "Sorry, dazu muss ich jetzt! ... "; er entschuldigt und ich tanze weg.

Sehr viel später hatte ich meine beiden Begleitungen an andere verloren [sowas macht mir nix]; ich tanzte erst ein bisschen mit der anonymen Menge und stellte mich dann nochmal neben Grufti, denn den kannte ich ja schon.

Wir redeten wieder, ohne uns anzugucken, erst ich: "Ich war noch nie hier - du?" "Doch, schon öfter. ... Kommst du denn nicht aus Hannover? Woher kommst du?" "Ich komme aus Oldenburg. Zwischendurch war ich lange in Kaiserslautern, Hannover gefällt mir aber besser. - Woher kommst du denn?" Er: "Eigentlich aus Sachsen-Anhalt, ich bin aber schon seit 12 Jahren hier in Hannover. - Ich überlege, nach Bremen zu ziehen. Wie findest du Bremen?" Was für eine Frage. "Bremen mag ich nicht, da kommt mein Papa zwar her, ist mir aber zu viel Industrie und Großstadt, Hannover ist schöner ... nee, Bremen ist nix für mich. - Warum magst du Bremen?" Darauf kam leider nix mehr, hatte er sich wohl noch gar nicht richtig überlegt. Wir waren uns wenigstens noch kurz einig, dass es auch schon ganz schön spät ist [3:43 oder so war's]...

Nach längerem Schweigen kam er irgendwo zwischen Geradeaus- und Seitenblick mit "Ich mach' mich jetzt auch mal auf den Weg!", ich "Ok, klar, tschüss!", er "Tschüss!", und weg.

Das war eine echt angenehme Party-Begegnung, was meine Begleitungen nicht verstanden haben, glaube ich. Aber was soll ich sagen, außer [wie immer schon und immer mehr]: Ich mag Menschen. - Auf ein total menschliches 2019!



PS: Neues Jahr, neues Glück. Ab Februar wird täglich gebloggt, "Aber obacht: it's Klausurenphase, man!" [youtube].

30. Juli 2014

Mittagspausenmemoriam #1

Ich esse unter der Woche meist mit Leuten zu Mittag, die Physik, Mathematik oder Informatik studiert haben. Meist hab ich dabei ein oder mehrere AHA-Erlebnisse, immer aber interessanten Themen-Input - und das hebe ich mir ab jetzt dann und wann in Kurzform auf.

1 Bakterien, die "von Elektronen leben" und dabei Strom produzieren
  Meine abendliche Recherche findet u.a. diese Zusammenfassung beim ORF [sciencev1.orf.at]. Dabei gleich noch wiederholt, wie Batterien funktionieren [Zitronenbatterie, wdr.de]!

2 Kühlwasser in Atomkraftwerken ist "schweres Wasser" und kühlt nicht nur, sondern vermindert auch die Strahlungsintensität
  Das stimmt nur bedingt: Es gibt offenbar Leicht- und Schwerwasserreaktoren [beide wiki], die sich im Wesentlichen darin unterscheiden, dass für die Leichtwasserreaktoren mit "mehr Uran" angereicherter Kernbrennstoff verwendet werden muss. Die Moleküle von sogenanntem schweren Wasser bestehen aus je einem Sauerstoff- und zwei Deuterium-Atomen. Deuterium ist ein Wasserstoff-Isotop mit einem zusätzlichen Neutron [normaler Wasserstoff: nur Proton und Elektron], deshalb hat D2O [schweres Wasser] eine höhere Molekülmasse und Dichte als normales H2O aus dem Wasserhahn zu Hause. Inwiefern das die radioaktive [Ab-] Strahlung bremst, konnte ich auf die Schnelle leider nicht herausfinden.

3 Menschen werden in Asien, als Angestellte in Fabriken sitzend, als normale Spieler in Online-Computerspiele eingeschleust, die dort Gegenstände freispielen und im Spiel verkaufen/tauschen, wie Drückerkolonnen für ihren Bandenchef
  Wahnsinn - hört sich aber möglich an, oder? Weiß da jemand was?

PS: Freundschaftsbänder sind DER Hit. Glaubt's mir. Bald entwerfe ich selbst solche Anleitungen [freundschaftsbaender.at]. *g

31. Mai 2014

Erste Male im Advent 2013

Weil ich keinen richtigen Adventskalender erwartete, da meine Mutter mir abgesagt hatte ["So langsam bist du echt zu alt dafür... "], plante ich mir meinen eigenen Countdown auf Twitter: Jeden Tag des Advents etwas machen oder rückwirkend finden, das ich noch nie gemacht habe. Auch, um mal festzuhalten, dass man ganz bestimmt - und egal, in welchem Alter - immer noch etwas dazu lernen kann. Auch, ohne sich großartig anzustrengen. Jeder Tag ist neu und so.

Weihnachten ist schon etwas länger her, ich weiß - macht ja aber nix, Worte werden niemals schlecht! Et voilà:









[Ja, schon klar - das war eigentlich die 10. Ich bin Mathematikerin, mit dem Zählen hab' ich's nicht so :P.]










[Ist ja nicht so, als dass ich Angst vor Hunden hätte, aber das weiß sie ja nicht vorher. Find' ich halt immer nett, wenn Leute das machen.]

Aus unerfindlichen Gründen ereilte mich DANN leider die so genannte Weihnachtszeit und ich vergaß, zu twittern; zumindest sagt das mein soeben heruntergeladenes Twitter-Archiv. Tja. Denkt euch bei den Nummern 22, 23 und 24 einfach besinnliches vor-mich-hin-Feiern, das passt dann schon.

PS: Schönerweise bekam ich dann doch einen Adventskalender von ihm, worüber ich mich fast totgefreut habe. <3

10. Januar 2014

Stock um Stock

Naja, ist nur vorübergehend: es kommt bald ein richtiger, ganzer Text; ich kann's schon riechen! - Aufgelesen bei Katja:

1. Wo ist Dein Handy? links
2. Dein Partner? München
3. Deine Haare? blödiert
4. Deine Mama? toll
5. Dein Papa? auch
6. Dein Lieblingsgegenstand? WLan-Router
7. Dein Traum von letzter Nacht? nix
8. Dein Lieblingsgetränk? Wasser
9. Dein Traumauto? vorbei
10. Der Raum, in dem Du dich befindest? Wohnzimmer
11. Dein Ex? nett
12. Deine Angst? keine
13. Was möchtest Du in 10 Jahren sein? genauso
14. Mit wem verbrachtest Du den gestrigen Abend? mir
15. Was bist Du nicht? verschlossen
16. Das letzte was Du getan hast? gelesen
17. Was trägst Du? Brille
18. Dein Lieblingsbuch? viele
19. Das letzte was Du gegessen hast? Dinkelbrot
20. Dein Leben? richtig
21. Deine Stimmung? Wissensdurst
22. Deine Freunde? wenig
23. Woran denkst Du gerade? auspacken
24. Was machst Du gerade? bloggen
25. Dein Sommer? sizilianisch
26. Was läuft in Deinem TV? nichts
27. Wann hast Du das letzte Mal gelacht? heute
28. Das letzte Mal geweint? hm
29. Schule? schön
30. Was hörst Du gerade? Lüftung
31. Liebste Wochenendbeschäftigung? sein
32. Traumjob? kommt
33. Dein Computer? alt
34. Außerhalb Deines Fensters? Innenstadt
35. Bier? Weizen
36. Mexikanisches Essen? hackhackhack
37. Winter? fehlt
38. Religion? früher
39. Urlaub? mehr
40. Auf Deinem Bett? Wäschestapel
41. Liebe? da

PS: Hier ist der Startartikel von katerwolfs Trekking-Reise in Chile. Unbedingte Leseempfehlung! Ihr könnt euch das nicht vorstellen; sie schreibt so wahnsinnig lustig/authentisch/unterhaltsam/vielfältig, und das noch dazu mit SO vielen wunderschönen Fotos... zum Glück reist sie [gefühlt] ständig - und schreibt jedesmal alles in ihr Blog!

7. Oktober 2013

Ein Mittag.

Mittlerweile denke ich, dass ich ein bisschen seltsam bin. Oder werde. Man liest das ja immer so in Büchern, dass Protagonisten sich von der Welt dissoziiert fühlen und Situationen dann zynisch-sarkastisch aus sich selbst heraus [überaus unterhaltsam für die Leserin] in sich selbst kommentieren. Nun, das hat sich bei mir auch so eingeschlichen in letzter Zeit. Bloß, dass ich keine Protagonistin im eigentlichen Sinne bin.

Ein Beispiel, damit ich's mir später auch glaube [und weswegen das Thema just so übermächtig in meinem Kopf aufgeploppt ist]:

Ich habe mit großem Vergnügen und Bedauern In Plüschgewittern von Wolfgang Herrndorf zu Ende gelesen. Die Sprache von Herrndorf ist sowieso genau meins, und in diesem Buch ist der Held auch noch so furchtbar sonderlich authentisch… Echt super. Hab's gestern angefangen und heute beendet, quasi in einem Rutsch.

Weil ich nunmal gern meine Ruhe habe, wenn ich lese, bin ich auf der Arbeit zum Mittagessen in die 3. Café-Bar ‚oben links’ gegangen. [Derer gibt es eben drei und wir sind ca. 3oo Leute im Institut. Heimsuchungsfrequenz kann sich also jede lebhaft ausmalen.] Hab’ den Zwiebelkuchen vom gestrigen Event in die Mikrowelle getan und vorher schon mein Buch und den Pott mit dem Kaffee an den bevorzugten Platz am Tisch gelegt. Das mit der Mikrowelle wollte nicht so ganz, ich hatte schon fast wie ein richtiger Panzerknacker alle Reihenfolgenkombinationen von Wattzahltaste, Uhrdrehrad und Startknopf durchprobiert - zum Glück rettete mich eine, die vorbeikam und sagte Es geht doch eiigentlich ganz einfach? … - und so ging es denn auch. Tse.

Gut, ich setzte mich also ziemlich genau zwei Minuten später mit heißem, aber matschigem Zwiebelkuchen [Mikrowelle!] an meinen Platz am Tisch und fing an, zu essen und zu lesen. Kollegen kamen dann und wann in Grüppchen rein, holten Kaffee, schauten herüber, sagten nichts, gingen in oder zu Gruppen wieder raus. Ein anderer setzte sich neben mich und aß seinen Mikrowellenfr äh, sein Essen, guckte nicht, sprach nicht mit mir, kein Mahlzeit!, nix - aber als er nach ~2o Minuten fertig war und ging, sagte er Tschüß. - witzig, oder?!

Auch aus meiner Abteilung kam eine mit anderen vorbei. Normalerweise isst ‚man’ bei uns entweder in der Kantine oder wie im Jugendzeltlager am runden Tisch mit vorigem Supermarkt-Einkauf oder aber zumindest als Halb-Spalter mit anderen Leuten aus anderen Abteilungen irgendwo anders im Institut. Die Verhaltensweise Sozialnerd [essen vor dem Monitor bei geschlossener Bürotür] wird selbstverständlich auch stillschweigend toleriert. Aber der Blick, der mich heute traf - ich bildete mir die Bände ein, die im Stillen gesprochen wurden.

Und dann musste ich auch noch dann und wann beim Lesen schmunzeln oder gar lachen, weil es ZU gut geschrieben war… Und fühlte mich innerhalb dieser ganzen Nerds so furchtbar noch-ganz-anders-nerdig und überhaupt. - Ob das jetzt ausreichend mein inneres seltsam-Gefühl beschreibt?

Hm.

PS: Gibt es eigentlich gute Rezepte mit viel Baileys? Ich habe da was loszuwerden.

26. Juni 2013

Meine Sinn-Ästhetik von Wörtern

Seht ihr in Wörtern auch Gesichter, nein, eher: Stimmungen? Also, schreit euch das Wörtchen "schreit" auch so an wie mich?

Ich habe wirklich schon viel darüber nachgedacht, was das sein könnte; von Synästhesie [wiki] kann man da ja nur vielleicht, vielleicht aber auch nicht so direkt sprechen. Bleiben wir beim schrei-Beispiel, da speit das s-c-h über das Konsonant-R den Umlaut nur so in der Gegend rum. Jedenfalls für mich. Und das Wörtchen 'besonders' hebt ein wenig den Zeigefinger bzw. die Braue und nickt dabei einmal vom ersten e zum o. Und das 'nickt' ist immer so ein naiv-ernsthaftes Mondgesichts-Kinder-Nicken. Ähem. Ich könnte ewig so weitermachen.

Es sind keine Gesichter, und 'es' hat auch schon gar kein Geschlecht - es ist nur so etwas wie ein Gefühl, ein mimischer Eindruck. Das geht einher mit der Tatsache, dass ich beim Lesen nicht Wörter, sondern ganze Sätze aufnehme. Die sind immer gleich komplett da, in meinem Hirn. [Als noch nicht selbst lesen könnendes Kind bat ich meine Mutter beim Vorlesen auch immer um "nur noch einen Büschel" und nicht etwa "noch einen Absatz"! *g] Und ich lese heute wie früher schnell und viel - im Durchschnitt und bei nicht sonderlich schwieriger Literatur im Taschenbuchformat ~80 Seiten in der Stunde.

Aber jetzt mal Hände hoch: Hat das mit den Eindrücken noch wer von euch so oder ähnlich? Oder allgemein Synästhesie? In welcher Form dann?

Ich kann ja auch in diesem Kontext die platte, eindimensionale Zuordnung Synästhesie ist gleich 'Buchstaben, die farbig wahrgenommen werden' NICHT MEHR SEHEN! [Würde mich trotzdem interessieren, falls das eine/r von euch hat :)!]

PS: Boah. Die Posttitel mache ich ja immer hinterher, ne? Selten gelang mir so ein toller wie heute.