29. April 2013

[M]ein Tagebuch und ich. #1

Ich habe ja mit 10 Jahren angefangen, Tagebuch zu schreiben. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich mir damals selbst eins gewünscht, wichtig: mit Schloss - und das hier bekommen:

Das Schloss fehlt offensichtlich. Weil ich nun aber aus ganz anderen Gründen diverse meiner Tagebücher querlesen wollte/musste, ist mir dieses Exemplar wieder in die Hände gefallen. Und ich werde in der nächsten Zeit immer mal wieder Einträge daraus veröffentlichen [durchaus ein wenig inspiriert durch Frau Novemberregens Reihe 'Heute vor zig Jahren']. Am besten abgetippt [mit allen Fehlern *g] UND mit Foto, dachte ich mir - dann bekommt ihr den Spirit so richtig mit ;).

13.8.1991

Ich habe heute Geburtstag gehabt; und bin 10 Jahre jung geworden! Es war ein sehr schöner Tag. Andre und Oliver, meine Cousins, waren auch da! Meine Geschenke: Reitstiefel, Rundbürste, Hufkratzer, Hufeisen, Fotoalbum, Armreifen (mit Glimmer), Kassette, Schokolade (Bonbons), Honigkuchen, Handtuch, 2 Bücher (Petra + der Fohlenfrühling + Pferdeheimat im Hochland (Danny Boy) + Nilpferdspardose + 100 DM 
 

Fun fact: Die Zeichnung im ersten Foto hat mein Cousin Andre von mir gemacht, während ich, am Schreibtisch sitzend, den Eintrag auf der 1. Seite verfasst habe. Ich befasste mich augenscheinlich also schon recht früh mit Rekursion.

[Ich schreibe immer noch Tagebuch, sogar irgendwie multipel: zum einen habe ich nie so richtig aufgehört, zu bloggen, zum anderen schreibe ich doch seit über 2 Jahren zusätzlich beinahe jeden Tag, manchmal auch rückwirkend, eMails an diesen Verein: OhLife. Irgendwie auch crazy, I know.]

PS: Ich lese zur Zeit online dermaßen viel biomechanisches Zeug über Rücken- / Rumpfmuskulatur und den Reitersitz [der ja gar keiner ist, irgendwie], dass ich mir so richtig schön nerdig vorkomme. Habt ihr das auch zwischendurch?!

17. April 2013

Ausflug nach Kulinarien

Was ich an Essbarem in den letzten Jahren unter anderem neu wie schätzen oder kennengelernt habe. Und warum.

Allem voran: Pastinaken. Wundervolle Wurzeln. Meine Mutter hat das früher manchmal als scherzhaftes Schimpfwort für weibliche, verknorrte Nicht-Familienmitglieder à la "die olle Pastinacke" [sic] benutzt. Nun, seitdem wir die ollen Pastinaken in der Gemüsekiste hatten, kaufen wir [und auch die Mutter!] im Dutzend. Wir essen sie als 1-1-1 Püree mit Kartoffeln und Möhren [chefkoch.de] oder als Pastinakenpuffer oder in dieser Frittata [kuriositätenladen.com] oder ..., die schmecken immer. Ganz bald muss ich unbedingt das Pastinakenbrot von Anke Gröner ausprobieren!

Äpfel. Vielleicht war ich vorher auch durch ALDI- oder Holland-Äpfel verdorben, was weiß denn ich - JETZT liebe ich sie. Also, das Äpfel-aus-der-Gemüsekiste 'jetzt'. Die Kiste hat hier sowieso einiges in Bewegung gesetzt oder weiter rollen lassen; von mehr Kochen und Backen über gerechte Fleischpreise bis hin zu Papierverwertungsgedanken beim Gemüseschnibbeln. [Ein bißchen ähnlich wie bei isabo mit ihrer 'Besser ist das.'-Reihe. Vielleicht führe ich das alles auch mal so ähnlich aus.]

Königsberger Klopse. Zum ersten Mal von ihm selbst gemacht. Erst waren wir beide erschrocken ob des Rezeptes aus dem guten alten DDR-Kochbuch [Huch?! ... da kommen ja Sardellen rein! Also, SarDELlen. Ihh.] und dann beim Essen begeistert. Kaum zu glauben, aber die Sardellen machen tatsächlich den typischen Königsberger Geschmack da rein, den man bei den Kantinenklopsen häufig vergeblich sucht. Und trotzdem schmeckt es nicht nach Ihh-Sardelle. Wahnsinn.

Ap-fel-kraut. Und jetzt mal Hände hoch, wer das außer mir auch noch alles nicht kannte?! - .... Das Zeug ist ja wohl der Hammer: Ich hab' hier so'n bio-Produkt, das steht bei den Marmeladen etc [lies: eh teh zeh] und ES. ENTHÄLT. NUR EINE! Zutat. Eine einzige! Nämlich Äpfel. Und kein Pektin oder Geliermittel oder Zusatzzucker oderoderoder. Und es schmeckt [mir] wirklich superlecker. Das ist ja so toll! Ich bin fast universal-Marmeladen-, ach was, -Brotaufstrich-geheilt.

Lakritz und Schokolade - in Kombination! Ein Kollege brachte mir einst aus Island Lakritzkugeln mit Schokohülle mit. Die waren in nullkommanichts weggefuttert. Seitdem bin ich drauf. Es gibt da auch so finnischen Kram von der Marke Fazer, die machen z.B. Schokotafeln mit flüssiger Lakritzfüllung!! [Wer in [der Nähe von] Köln ist, geht mal in der Bärendreck-Apotheke gucken - früher konnte man dort übers Web bestellen, zur Zeit kann eine leider nur noch vor Ort kaufen. Aber es ist der Hammer, ich war schon da. Für Lakritzliebhaber [auch ohne die Schoko-Kombi] ein MUSS in Großbuchstaben.]

Halloren-Kugeln. Dem ist nichts hinzuzufügen; wer die nicht mag, ist doof. Wer die nicht kennt: Probierbefehl! Es gibt sie in 1oo1 Sorten, sie schmecken alle gut.

Sie lasen 'Food-Lob für Anfänger' in der Erst-Ausgabe.

PS: Je länger man nicht bloggt, desto schwerer ist der Wiederanfang. Je länger man nicht läuft, desto schwerer fällt die erste Laufeinheit. Je länger ich usw. usf. - mimimi deluxe also. - Morgen früh wieder Geige.

22. März 2013

Konzert à la Wunsch

Ich war neulich auf einem Chorkonzert in einer Kirche auf'm Dorf bei Kaiserslautern. Vorweg erwarte ich da immer nicht so viel, weil ich weiß, wie Laienchöre arbeiten und vor allem, mit was man sich als Chorleiter da so rumschlagen muss - Unprofessionalität, Klüngeleien, all die kleinen Befindlichkeiten der ja freiwillig Mitwirkenden.

Aber das war einfach nur BAM - IN YOUR FACE, Zweifler! Ganze drei Chöre plus diverse Solisten, und alle sahen beim Singen happy aus: Der lockig ergraute VoKuHiLa, ~60, mit wirklich La, also laaangem HiLa, der immer ganz versunken aus der Masse heraus mit den Händen Zirkusdirektor-like das Publikum ansang; der ernsthaft-seriöse Mittelalte, der ab den ersten Takten von Abbas 'Mamma mia' anfing, wie verrückt auf den Zehenspitzen mitzuwippen oder die ebenfalls mittelalte Fördervereinsvorsitzende im American Beauty-Look, die auf einmal bei 'I will follow him' krass groovend die Obersolostimme reingesungen hat. !

Die Solisten, die da so aus dem Hut gezogen wurden, hatten auch alle echt was drauf. Aber das liegt zu großen Teilen sicherlich an der Chorleiterin von [man höre und staune]: allen drei Chören. Wahnsinn, diese Frau. Kennt ihr das? Ihr seht Leute und wisst: Die oder der ist ganz weit oben, professionell bis zum Haaransatz!? Sie hat eine Aura, das ist der Wahnsinn. Das Programm war perfekt angeordnet [vom einschlagenden Opener über gute Pausenein- bzw -ausleitung bis hin zu insgesamt abwechslungsreicher Liedabfolge. - Ich muss diese Frau unbedingt kennenlernen, sie gibt auch Gesangsstunden, da werd' ich in demnächst mal 1-3 Probestunden nehmen. Gesangsunterricht hatte ich schon mal, ist allerdings ~1o Jahre her.
[Edit heute: Probestunde gehabt, Frau toll, singen auch. Bin mir nur nicht sicher, ob ich das Budget-technisch und, vor allem, Zeitplanungs-technisch tatsächlich machen sollte.]

Was ich mit diesem Post eigentlich sagen wollte: Immer wieder toll, wenn man rundum-Profis [in welchem Metier auch immer] begegnet. Diese Gesangslehrerin/Dirigentin/Sängerin ist so eine. - Profis dieser Welt, vernetzt euch - und lest Professionelle Intelligenz von Gunter Dueck [amazon.de]. Aber das nur nebenbei.

PS: Seitdem ich länger am Stück laufen gehe, brauch' ich Podcasts, dringend! [mimimi - mir fehlen noch kleine Kopfhörer!] Ich bin vor längerem [ich glaube, über <3] auf den philosophischen Podcast vom WDR [ wdr5.de] gekommen. Am Sonntag, bei den laaaaaaaaaaaaaaaaangweiligen 80 Minuten mit 75% MaxPuls, nehm' ich davon 'nen Beitrag mit. Klingen zumindest alle hochspannend!

17. März 2013

Status. Mit alles.

Ich bin total gesperrt, was hier das Schreiben angeht. Keine Ahnung, warum genau - ich habe das Gefühl, ich kann einfach nichts veröffentlichen, das gut genug ist. Nennt man writers block oder so, ne?, jedenfalls wenn man aktiv schreibt. Damit mich das nicht klein kriegt, schlage ich zurück - und kippe einfach meinen Kopf aus, hat mir früher auch oft geholfen.

Rückentechnisch geht's mir sowas von gut, das kann man sich gar nicht vorstellen. Und das, nachdem es monatelang so ätzend unerträglich war! Wohl ein Zusammenspiel aus genug Bewegung mit den 'richtigen' Sportarten plus gezieltem Training plus entblockieren durch Chiropraktik; das führ' ich wohl später mal aus, immerhin war 2o12 [und der Beginn von 2o13] für mich tatsächlich das 'Jahr der Gesundheit', das gehört noch unterhaltsam dokumentiert. - Der Stein, der mir deswegen weggefallen ist [auch von der Psyche - so Rücken zu haben stresst sehr!], ist richtig laut mit viel Gerumse den Abhang runtergekullert. Und da kann er meinetwegen für immer liegen bleiben.

Das dicke Pony ist wiederum noch bei mir und trägt mich Mal um Mal koordinierter um die Halle, jetzt auch draußen. Wir kommunizieren manchmal sogar via Gedankenübertragung!, es fühlt sich zumindest dann und wann so an. Das entwickelt sich alles ganz hervorragend; abgesehen davon, dass die andere Reitbeteiligung das mit dem Misten nicht so hinbekommt. Geht mir absolut nicht in den Kopf, wieso man das so schleifen lassen kann. Hier mal das ~1,5om kleine, dicke Pony [ich bin 1,66m groß und wiege ~7okg, sie bricht also nicht unter mir zusammen *g]:


Seitdem ich beschlossen habe, Bücher tatsächlich nur komplett zu lesen, wenn sie mir Spaß machen, und das gilt auch für Fach- und Sachbücher [dazwischen gibt's einen Unterschied, wie ich gerade bei Wiki nachgelesen habe!], komme ich viel schneller voran. Ich arbeite auch nicht mehr nur pflichtschuldig meinen eigenen SUB ab, der ja bei ~8o Büchern liegt -.- und sich im vergangenen Jahr trotz selbstauferlegtem Bücherkaufverbot so gut wie gar nicht reduziert hat, sondern kaufe seit Januar wie verrückt. Und. es. macht. Spaß wie nix! Was ich wie wann lese, können geneigte Menschen gern bei Goodreads stalken.

Geige spiel' ich zur Zeit kaum; zum einen hab' ich wegen des Laufens und des Reitens und des Lesens und ... gar keine Zeit dazu, zum anderen fehlt mir auch der Biss. Der Orchesteraustritt war zwar eigentlich zum mehr Technik üben gedacht, führte aber einfach zu ... so gut wie nichts mehr spielen. Schade, und gut. Immerhin hab' ich am 28.4. noch Kammerkonzert mit 'nem Klarinetten-Geigen-Duett, bis dahin läuft et also.

Insgesamt geht's mir total gut. - In der Demenz-Tagesstätte ist fast alles wie gehabt, auf der Arbeit auch [zum Glück noch eine Woche, dann zu Hause-Urlaub], mein Kalender läuft über und es ist mal wieder was neues fällig, deswegen hatte ich vor kurzem 'ne Probestunde Gesang. Das war gar famos, vielleicht deswegen jetzt öfter [hatte schon mal für zwei Jahre Unterricht].

So, und ich möchte jetzt vielleicht-bitte einfach wieder bloggen können, ist das genehmigt? Ja? Danke.

PS: [Die PS-Sache aus dem alten Blog finde ich jetzt doch so gut, dass ich das auf Rebekka. Und Alles. fortführe.]
Ich hab' ja neulich online den von Gunter Dueck ziemlich gehypten [und das meine ich ü-ber-haupt nicht negativ!] MBTI-Test [wiki] gemacht und bin eine ENFP. Was bist du? [Den Test gibt's z.B. hier [philognosie.net].]

22. Februar 2013

Zwar hot, aber old_stuff.

Von März 2007 bis September 2012 hatte ich bereits einen Blog, wie anfangs geschrieben. Dieser Blog enthielt am Ende 757 Artikel und 5720 Kommentare, was über-cool ist, insbesondere das mit den Kommentaren!1elf Nach länglichen Überlegungen und [Selbst-]Gesprächen wollte ich aber nicht mehr pseudonym im Netz unterwegs sein, schließlich macht 'online' mittlerweile einen riesigen Teil meines Lebens aus; deshalb schloss ich den Blog, schrieb eine Weile nur bei Twitter, und eröffnete Anfang dieses Jahres hier meinen Auslass.

Für die Vergangenheit gilt also in der Zukunft: Artikel 'von früher' werden bei Bedarf oder Laune meinerseits hier importiert, meist mit'nem kurzen Hinweis, [hoffentlich] häufig thematisch passend angebracht. Damit man das nachher noch weiß, bekommen die neuerlich veröffentlichten Posts das Label old_stuff. Sorry, mehr Schublade gab's nich'. - Die alten Kommentare sind zum Glück bei allen Posts dabei, nachdem die erst komplett weg waren [weil ich die Posts im alten Blog beim Schließen dort sicherheitshalber auf 'Draft' gesetzt hatte, aber das ist 'ne uninteressante längere andere Geschichte].

PS: Im Pseudonym-Blog hatten alle Artikel immer ein PS, das fand' ich gut. Irgendsoetwas in der Art muss mir hier noch einfallen, sonst...

Stiefel anziehen? Kann ich!

Sogenannte Schlupfstiefel sind, gerade wenn gefüttert, durchaus herausfordernd im Handling. Die Socken rutschen beim Reinschlüpfen, man macht mit der besockten Hacke dabei das Futter kaputt und ich persönlich falle beim vorsichtigen Reinwurschteln immer fast um.

Für alle die, denen es auch manchmal so geht, kommt nun Abhilfe in Form meines neusten Hacks:

 
 

Et voilà: Der Schuh ist an, das Futter noch dran und die Tüte wieder draußen.

Weiter im Text: In diesem Artikel aus meinem alten Blog lernst du, wie man sich die Schuhe korrekt zubindet. Warum? Weil es dafür nie zu spät ist [und ich es bis zum Veröffentlichungszeitpunkt, dem 17.2.2o12, auch nicht konnte].

20. Februar 2013

"Und was machen Sie so beruflich?"

Eine Blogparade, initiiert von Wibke Ladwig [sinnundverstand.net], ich hab's zuerst beim jawl gesehen. Los geht's! [Auch, wenn ich definitiv keinen der 'neuen' Berufe ausübe.]

"Und was machen Sie so beruflich?" - Als erstes antworte ich auf diese Frage immer, dass ich Mathematiker bin. Das stimmt auch, ist aber irgendwie nur die halbe Wahrheit, jedenfalls bezogen auf das, was ich heute mache. - Nach der Schule wussten meine Eltern und ich nicht, was ich werden sollte. Ich wusste blöderweise aber auch nicht, was ich werden wollte - nur, was nicht. Tja. Sozusagen aus Mangel an Ideen und Überfluss an Interessen hab' ich dann mein Lieblingsfach studiert, weil man damit später ja auch 'alles' werden kann.

Nach der Uni in OL diplomierte ich bei Fraunhofer in Kaiserslautern, deren einzigem reinen Mathe-Institut - und blieb hängen. Erst mit wackligen Promotionsideen, dann ohne Dr., aber mit echter Stelle. Seit streng genommen 2008 arbeite ich nun als wissenschaftliche Angestellte in der Abteilung Bildverarbeitung [BV] am Fraunhofer Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik. Uff. Im folgenden längliche Ausführungen darüber, was ich da so mache.

Zuerst mal allgemein: In meiner Abteilung BV werden Bilder, oder besser, Aufnahmen verarbeitet - wer hätte das gedacht: In 3D, 2D und manchmal auch Signale in 1D. BildVERarbeitung ist übrigens auch nicht das gleiche wie BildBEarbeitung, wobei VER die BE mit einschließt, oder anders: BildBEarbeitung ist ein Teil der VERarbeitung von Bildern. Weil man die Analyse, also die Gewinnung von Informationen aus dem Bild, eigentlich immer vor- und nachbereiten muss, indem man entrauscht, glättet oder auch nachher Strukturen 'rausradiert', die nicht gewünscht sind.

Die Ziele, die gewünschten Ergebnisse sind dabei durchaus unterschiedlich: In der einen Gruppe bei uns werden Materialien charakterisiert, so wird beispielsweise die mittlere Porengröße von einem Bauschaum aus einer CT-Aufnahme eines Kubikzentimeters eben dieses Schaumes ermittelt. Die dann bisweilen von den Angaben des Herstellers doch ein bißchen abweichen kann. Oder auch Aufschluss darüber gibt, dass man den Schäumungsvorgang eventuell langsamer durchführen muss, damit die Porung gleichmäßiger wird. [Ist wie beim Brot backen und der Gehzeit, ne?] In einer anderen Gruppe werden Ultraschall-Aufnahmen von großen Metallteilen wie z.B. Schiffsschrauben gemacht. An Hand dieser Aufnahmen kann dann festgestellt werden, ob etwa in Schweißnähten bereits Fehlstellen oder Risse sind. Und - last but not least [wollt' ich lang' schon mal schreiben -.-] - arbeite ich in der Gruppe Oberflächeninspektion. Wir liefern speziell angefertigte Inspektionssysteme aus.

Denn: Kratzer, Dellen, Verfärbungen, ... sowas möchte niemand auf der Rückseite seines neuen Handys oder sonstwo haben. Wenn ihr wüsstet, was man alles heutzutage vor dem Werksausgang optisch kontrolliert! Ja, auch die Zähne der Verstellräder für eure Autorücksitzlehnen. Klaro, die Ränder von Papieretiketten auch, wie von denen auf Bierflaschen. Lippenstifthülsen werden auch abgecheckt - abä sichä. Kratzer geh'n da gar nich'! Usw. usf. ...

Also, was mache ich nun aber den ganzen Tag?

* Algorithmik.
Ich entwickle Algorithmen, die in den Aufnahmen [=Bildern von Produkten] nach vorher spezifizierten Fehlern, aber auch nach generellen Auffälligkeiten [= Änderungen in der Textur oder sowas] 'suchen'. Man kann sich das Bild bzw. dessen Grauwerte als Grauwert'gebirge' vorstellen, aus dessen Höhenunterschieden dann über viele, viele Einzeloperationen Informationen gewonnen werden.

* Projektleitung.
 Wir liefern nicht nur die Algorithmik, sondern eben komplett durchdesignte, individuelle Inspektionssysteme an Kunden aus: PCs, Kameras, Beleuchtung, ... Da muss einiges koordiniert werden, sowohl zwischen uns und dem Kunden als auch zwischen mir und Kollegen. Manchmal sind wir fünf oder mehr Leute an einem Projekt, und da [eigentlich schon ab zweien] muss einer den Hut aufhaben, sonst läuft's nicht. Kennt man ja.

* Kundenbetreuung/Akquise.
Darunter kann sich jetzt jeder was vorstellen, auch ohne Erklärung, ne? [Jup, ich muss auch dann und wann auf eine Messe und dann dort stundenlang stehend erklären.]

* Vorträge/Schulungen.
Zum einen gilt es auf der Messe oder auf Technologietagen zu präsentieren, was wir Kunden anbieten können, zum anderen, Software-Schulungen durchzuführen. Wir haben in der Abteilung nämlich zwei Softwares, die wir kommerziell vertreiben. Natürlich ist der Kundenkreis bei so speziellem Kram recht klein, nichtsdestotrotz muss dann und wann [meist] eine kleine Gruppe geschult werden. Und das mache ich dann auch. Mit Einführungsvortrag und Tutorials und Fragerunde und ...

So weit, so interessant, hoffe ich. Falls du noch Fragen hast, beantworte ich die gern in den Kommentaren - trotz allen täglichen Gestöhnes mache und rede ich nämlich gern [über] meine Arbeit. :)