29. Juli 2018

begegnung der dritten art

an einem mittwoch, es ist 11:53, ich hatte mir freigenommen, um für die letzte klausur zu lernen. zur erholung und abwechslung fuhr ich kurz mit der bahn nach linden und holte im lieblingsbuchladen annabee das buch für das lesedings ab.

dann via REWE nach hause. an der kasse zwei lange schlangen, draußen bullenhitze, drinnen klimaklima [sic]. alle stehen geduldig und schweigend an, dann öffnet sich eine 3. kasse. wir strömen. kleine pferdeschwanz-frau in capris, sneakers, mit stramm gegurteter bauchtasche, rucksack und basecap bulldozert von direkt hinter mir halbrechts ellenbogig an mir vorbei, ihre resolute bugwelle drängt mich zur seite und ich muss fast lachen: "müssen sie sich unbedingt vordrängeln?!" keine reaktion.

ich, immer noch irgendwie amüsiert: "na, das war aber SCHON ein bisschen dreist, wa?" sie dreht sich um, schießt mir einen blick: "ich habs eilig, ich muss zur ARbeit - und sie?!!" blick von oben nach unten über mein sommer-outfit bis zu den orangen zehenschuhen, dann triumphierend: "nach hause, wie's aussieht.", mit all der verachtung der arbeitenden klasse, die sie im REWE zur mittagszeit gerade so finden konnte.

und dann die krönung: "wer zuerst kommt, mahlt zuerst, wissen sie?" in meinen augen war das die innere heimliche einsicht über die unkorrektheit ihres verhaltens, aber ach. herrje.

da konnte ich also gar nichts mehr darauf antworten, was nicht mega-unverschämt gewesen wäre [ihr wollt meine ideen nicht hören, glaubt mir], daher entschied ich mich, nur noch zu lachen, weil das  ja auch immer noch in mir blubberte. zu ihr dann nur: "hauptsache, SIE behalten ihre laune." "DAS ist für mich KEIN problem." säuerlich und vor allem immer noch: bierernst. ICH hingegen musste während der restlichen wartezeit ständig wieder kichern, das hat sie aber ignoriert.

als ich rauskam, sah ich gerade noch, wie sie mit beiden armen steif rechts und links wedelnd energisch ihre schritte beschleunigend ein älteres ehepaar beim von rechts überholen anschnitt, um über den zebrastreifen zu ihrer bahnhaltestelle und ihrer arbeit zu kommen.

boah ey.

ps: das interessanteste an dieser ganzen geschichte war allerdings das gefühl, das sie mit ihrer verachtungshaltung mir gegenüber, die ich nun MEINE verachtung mit aller macht heruntergeschluckt hatte, in mir erzeugt hat.

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