10. Juni 2013

Das letzte halbe Jahr - der Spocht, meine Gesundheit und ich.

Ich höre ständig irgendwo Gunter Dueck beim Reden zu. Das mag ich dann je nach meiner Laune und dem jeweiligen Thema des Talks/Gesprächs mal mehr und mal weniger, ich nehm' aber meist etwas Inhaltliches mit. Jetzt gerade ist mir eingefallen, dass er in einem der Podcasts [wir-muessen-twittern.de] zusammen mit Robert Kindermann - die ich im übrigen immer noch nicht alle gesehen habe, bzw. es kommt ständig ein neuer dazu - davon erzählt hat, dass BewerberInnen für die Studienstiftung des deutschen Volkes eine DIN-A4-Seite Fließtext schreiben müssen, und zwar darüber, was sie im letzten halben Jahr erreicht haben [stimmt das? bei Wiki finde ich dazu nichts...]. Herr Dueck sagt dann so schön auffordernd, dass eigentlich jede und jeder in dem Alter dazu in der Lage sein müsste - und obwohl ich offensichtlich nicht mehr im passenden Alter bin, hatte ich gleich beim Hören dieser Aussage Lust, mitzumachen. Ich versuche, mich auf eine Seite und ein Thema zu beschränken:

Ich. bin. so. fit. wie. noch. nie.

Und das ist wirklich null übertrieben. Seit September [ja, länger als ein halbes Jahr, aber.] laufe ich 3-4x in der Woche, just gekrönt vom Firmenlauf über 5km in der letzten Woche. Ich habe mich sklavisch am Trainingsplan von Steffny entlang gehangelt, weil mir sowas tierisch Spaß macht. Also, Regeln befolgen, die ich für sinnvoll halte. [Wichtiger Aspekt.] Und weil es mit mir und meinem untrainierten Bürostuhl-Rücken so nicht mehr weiter ging. Auch, weil er mit dem Laufen angefangen hat, und es zu meinen unausgesprochenen Wunschträumen gehörte, mit meinem Partner irgendwo langzujoggen. [Unausgesprochen in erster Linie deshalb, weil ich halt nie gejoggt bin, ne?] Achja. Und es ist ja nun auch nicht so, dass mir das Laufen, also der Prozess an sich, so superviel Spaß machen würde! Mir geht es halt körperlich so viel besser. Ich bin mehr draußen und hab' deswegen [jaha, selbstverstärkend] mehr Bock, [wieder] nach draußen zu gehen und mich zu Dingen aufzuraffen. Schön, ne?

Der Witz dabei und das Großartigste daran ist, dass ich mein Leben lang nicht sportlich war. Oder mich auf jeden Fall niemals selbst als sportlich charakterisiert hätte. In der Grundschule sogar ein paarmal singend Becky, Specky... gehänselt wurde. Im Nachhinein denk' ich d'ran, wie ich mehrere Winter wöchentlich mit meinem Vater ins Hallenbad fuhr, um 2.5km am Stück Brustzuschwimmen [ich]. Klar, gesund geht anders, aber Ausdauer liegt mir wohl doch irgendwie [und Kraulen konnt'/kann ich nicht]. Doch davon abgesehen habe ich 'nur' getanzt [14-16 und 25-28] und bin geritten [9-18 und 28-heute], was - zumindest damals und in meinem Umfeld - niemand so richtig als ernsthaften Sport [wie z.B. Basketball oder Leichtathletik] angesehen hat. Ich ja auch nicht. Heute mache ich in 'ner durchschnittlichen Arbeitswoche 5x Sport - wer würde da nicht von 'sportlich' sprechen?!

Weil ich zur allgemeinen Unbeweglichkeit auch noch gehörige Schiefe und Verspannung mein Eigen nannte und leider teilweise auch noch nenne, versuche ich aktuell mit zwar mäßigem, aber doch meßbarem Erfolg, die richtigen Stränge zu dehnen bzw. zu kräftigen. Hört sich langweilig an? Isses aber nich'. Die liebe Nessy bekam nämlich vor kurzem eine Bildungsbandscheibe verpasst und las im Zuge dessen dieses Buch [amazon.de] - das sie auf Twitter empfahl, bzw. war der Titel in einem Foto knapp zu sehen, woraufhin ich es mir kaufte. Und die Theorie vorn dran verschlang. Und umso mehr davon überzeugt war, dass man beim eigenen Körper [wie sonst auch überall] Dinge zum Positiven verändern kann! Wir müssen alle einfach anfangen. Egal womit. Ganz echt. Und seien die Schritte noch so klein.

Ich habe im letzten halben Jahr also sogar drei Dinge erreicht: Zum einen habe ich meine Fitness und damit meine Gesundheit signifikant und deutlich spürbar verbessert, zum anderen ist mein Selbstbild und meine Einstellung zum Aufraffen quasi nebenbei korrigiert worden. Und das gefällt mir beides [!] außerordentlich. Noch dazu ist mein theoretisches Wissen um die muskulären Zusammenhänge, speziell auf den Rücken bezogen, enorm gewachsen - und das kommt mir wiederum beim Reiten seehr zupass [de.wiktionary.org]! [Keine Sportart, die mir einfällt, außer vielleicht Schwimmen, bei der der Erfolg so sehr von korrekt und frei schwingendem Rücken abhängt, hier ja sowohl bei Pferd UND Reiterin]!

[Es hängt ja sowieso immer alles mit allem zusammen und je mehr ich lerne, desto besser verstehe ich - ALLES!, aber das ist noch ein anderes Thema.]

PS: So. Warum habe ich heute gebloggt, so ganz unvermittelt und ungeplant? Weil ich diesen Artikel gelesen habe: Konsumieren oder kreieren? [home.foerster-kreuz.com] - und mich für's Kreieren entschieden habe. Nachdem ich ~2h konsumierte. So. [Lies: sßò.]

Kommentare:

  1. Ach, deine Beiträge lesen sich immer so schön. Die lesen sich so, wie du auch bist - finde ich, und inzwischen DARF ich das auch so behaupten! Mehr, mehr...

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  2. Vor 15 Jahren musste man diesen Text noch nicht schreiben, aber vielleicht haben die das Auswahlverfahren auch seitdem umgestellt.

    Alleine dein Strahlefoto nach dem Lauf fand ich so toll und Zeichen dafür, dass du da wirklich etwas geschafft und gefunden hast! :)

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  3. localwurst, danke! <3 Und ja, jetzt darfst du das sagen... *g
    Katja, ah, vielleicht höre ich mir d9e Podcasts nochmal an, dann achte ich drauf, was genau er da sagt. - Und ja, der Lauf... wenn ich daran denke, muss ich sofort wieder grinsen. :)! Der nächste Lauf [über 10km] ist schon angedacht!

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  4. Wenn ich daran denke, frage ich mal eine, die erst vor 1 oder 2 Jahren im Auswahlverfahren war, wie das heutzutage abläuft.

    Oh, der nächste ist in Worms? Da kann ich dir ja fast von hier aus zujubeln. :)

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  5. Ich bin mir mit dem Lauf noch nicht so ganz sicher - eigentlich sollte das ja nur mein "Ausgleichssport" werden! *g [running gag zwischen mir und ihm]

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Wenn du nicht kommentierst, wozu habe ich dann 'nen Blog? :D